Review - Tyrants And Wraiths
 
Rotting Hill 9/10 points
Um den Metalheads zu zeigen, dass "Hollenthon" nicht noch einmal sieben Jahre für neue Songs brauchen, haben sie nun, nur ein Jahr nach ihrem letzten Studioalbum namens "Opus Magnum" (Review auf Rotting Hill!), kürzlich ihre erste EP mit dem Titel "Tyrants And Wraiths" via Napalm Records auf die Menschheit losgelassen.
Als erstes muss ich sagen, dass ich mit der Truppe um Ex-"Pungent Stech"ler Martin Schirenc nie etwas anfangen konnte. Dennoch habe ich mich an die EP herangewagt und wurde im positiven Sinne überrascht. Die vier Tracks sind abwechslungsreich, weisen exzellentes Songwriting auf und dröhnen in perfektem Soundgewand aus den heimischen Lautsprechern.
Den Beginn macht der Titelsong der EP. Ein grooviger Drum-Beat, ein ebenso grooviges Riff und die volle Breitseite orchestralischer Bombast kommt aus den Lautsprechern geschossen. Dazu gesellen sich das textlich verständliche Growling von Herrn Schirenc, einige gezielt eingesetzte Blastbeat-Attacken und gegen Ende ein wunderbares Solo aus der Axt eines Martin (beide Gitarristen heißen Martin ;-)). Damit bekommt man gleich mit dem ersten Stück einen echten Hit um die Ohren geworfen.
Track Nummer zwei nennt sich "Innocent Sin". Nach einer kurzen Orchester-Einleitung kommt einem bereits die nächste fette Riffwand entgegen. Anfangs nur dezente Bombast-Einsätze verwandeln zusammen mit dem Chor, welcher an manchen Stellen zusammen mit Herrn Schirenc die Texte gesanglich vertonen. Ab dem Mittelteil wird der Epik-Faktor um einige Stufen erhöht und lässt den Song perfekt ausklingen. Auch das zweite Stück ist ein voller Erfolg für die Band!
"Deathly Dirges" beginnt mit einem Riffgewitter, welches aus der Feder der Norweger "Dimmu Borgir" stammen könnte. Zusammen mit den symphonischen Elementen wird dieser Eindruck verstärkt, bis der charakteristische Gesang einsetzt und den Song vervollständigt. Zusammen mit dem guten Text, welcher von Elena Schirenc, der Ehefrau von Martin, stammen, ergibt das bereits den dritten Geniestreich der EP.
Leider sind wir nun schon wieder beim vierten und damit letzten Song namens "Of Hollow Men" angekommen. Dieser wird etwas zusammen mit leisem Flüstern etwas "Gothic-like" eingeleitet. Anschließend erklingt ein langsames Riff zusammen mit super umgesetzten Orchestertönen. Dazu lässt Martin auch einmal die Growls weg und lässt seine klare Stimme ertönen. Diese klingt sehr gut und kann meiner Meinung nach gerne öfter eingesetzt werden. Damit ist zwar auch dieses Stück ein guter Song, kann mit seinen drei Vorgängern aber nicht mithalten.
Jetzt muss ich noch ein Wort zum Booklet verlieren. Ich finde es sehr schade, dass dieser aus nur vier Seiten (inklusive Front- und Backside) besteht. Darin zu finden sind lediglich die Texte und ein kurzer Abschnitt mit den Credits. Das Ganze ist schlich in schwarz gehalten. Da hätte man etwas mehr Einfallsreichtum, so wie bei der Musik, zeigen können. Naja, zumindest sieht das Cover, welches aus der Feder von Herrn Schirenc stammt, ganz gut aus. Innovativ ist dennoch etwas anderes.
Musikalisch ist die EP jedoch top und hat vier super Songs zu bieten, wobei der letzte nicht mit den anderen mithalten kann. Ich werde mir auf jeden Fall noch einmal das restliche Songmaterial der Truppe zu hören geben, da mich diese EP echt überzeugt hat. Super Leistung!
Als kleines Schmankerl wurden noch zwei Live-Clips vom Graspop Metal Meeting 2008 auf die CD gepackt. Die zu sehenden Songs sind "On The Wings Of A Dove" und "Ars Moriendi".